Allgemeine Fort- und Weiterbildung für psychologische und ärztliche Kolleginnen und Kollegen

Themen der allgemeinen Fort- und Weiterbildung

PTK Bayern – akkreditierter Veranstalter

  • Therapeutische Haltung, Rollenverständnis, Setting
  • Psychodynamische Theorie, Diagnostik und psychodynamische Einordnung
  • Entwicklungs- und lösungsbezogene Zielperspektive
  • Prozess- und Interaktionsanalyse
  • Umgang mit Behandlungsproblemen – spezifische Interventionsformen (Interpretation, Konfrontation, Deutung)
  • Fallsupervision (einzeln und in Gruppen)

Praxis und Theorie

In der Psychoanalyse und Psychotherapie sind Praxis und Theorie bekanntlich ergänzend miteinander verflochten. Die uns heute zur Verfügung stehende breitgefächerte und hochdifferenzierte Theorie und Behandlungstechnik wurde von vielen namhaften Kolleginnen und Kollegen entwickelt. Alle, die wir diesen Beruf mit persönlichem Engagement und theoretischem Interesse ausüben, können an dieser Weiterentwicklung partizipieren – die damit Teil unserer professionellen Identität wird.

«In allgemeiner Übereinstimmung wird behauptet, daß die Traumdeutung der Grundstein der psychoanalytischen Arbeit ist, und daß ihre Ergebnisse den wichtigsten Beitrag der Psychoanalyse zur Psychologie darstellen» (Freud 1913j, 396)

Dieses Zitat bezieht sich auf die Bedeutsamkeit der Traumdeutung. Darüber hinaus lässt sich die Entwicklung eines zentralen Aspekts der professionellen Identität Freuds aus der Textgeschichte seiner Traumdeutung ableiten. Die erste Auflage erschien 1900, die letzte von ihm überarbeitete, achte Auflage 1930. Aus den vielen Abänderungen und Kommentierungen, die Freud an der Traumdeutung vorgenommen hat, kann man nachvollziehen, wie bedeutsam diese Neuerung für die Identitätsbildung des ersten Psychoanalytikers sein ganzes Leben lang gewesen sein muss. Und man kann davon ausgehen, dass dies entsprechend auch für die bekannten Weiterentwicklungen in der Nachfolge Freuds der Fall gewesen sein dürfte.

Psychoanalytische und psychotherapeutische Identität zeigt sich somit nicht nur darin, mit welchen Konzepten, Behandlungsmodellen und -strategien wir arbeiten, sondern auch dadurch, wie wir diese individuell umsetzen!

Psychodynamische Behandlungsgrundsätze …

bilden heute das theoretische Grundgerüst für tiefenpsychologische Therapien, für Kriseninterventionen, für fokaltherapeutische Verfahren und nicht zuletzt für die ambulante und stationäre Behandlung psychosomatischer Störungsbilder.

Ursprünglich wurde das psychodynamische Denken in der Psychoanalyse entwickelt. Verkürzt gesprochen geht es von der Hypothese aus, dass unbewusste Vorgänge einen entscheidenden Beitrag zur Entstehung und Aufrechterhaltung psychischer Störungen liefern. Dabei kann es sich um zeitlebens unbewusst Gebliebenes oder im Laufe des Lebens unbewusst Gewordenes handeln – z.B. durch Verdrängung.

Wenn ein Patient seine Symptomatik und psychopathologisch relevante Probleme schildert, geschieht dies in der Regel unter Leidensdruck und mit dem Wunsch nach therapeutischer Hilfe. Diese Schilderung ist aber auch Ausdruck seines Bedürfnisses, irgendeine Art Ursache zu finden, z.B. für das plötzliche Ausbrechen einer neurotischen Krise, für einen akuten Zusammenbruch der Leistungsfähigkeit u.ä., also für ein Versagen bislang vertrauter und funktionierender psychischer Regulationsmöglichkeiten.

Bei der psychodynamischen Hypothesenbildung nimmt man zu den Phänomenen der Erkrankung, die dem Patienten bewusst sind, spezifische unbewusste „Ursachen“ hinzu und konstruiert daraus ein psychopathologisches Geschehen. Mit Hilfe solcher Konstrukte kann dann eine individuelle Behandlung mit einem sinnvollen Behandlungsziel entworfen werden.

In dieser Fortbildung wird ein modernes, pragmatisches und von den engen Behandlungsparadigmen der traditionellen Psychoanalyse unterschiedenes psychodynamisches Denken und klinisch-therapeutisches Handeln vermittelt.

Fortlaufend an Samstagen, jeweils von 10:00 bis 14:30 Uhr
Termine auf Anfrage
Max. Gruppengröße 10 TLN
PTK anerkannt (FoBiPkte)